Beziehungsmanagement

Eine Gewohnheit kann man nicht einfach zum Fenster hinauswerfen; man muss sie Stufe für Stufe die Treppe herunterlocken. (Mark Twain)

Das Kernproblem vieler Beziehungsschwierigkeiten liegt darin, dass Paare sich nicht in der Lage sehen, ihre Paarprobleme selber zu lösen. Lösungsversuche konzentrieren sich oft darauf, die Partnerin bzw. den Partner zu Veränderungen zu bewegen. Es liegt in der Natur des Menschen, Ursachen für Probleme im Außen zu sehen. Wenn es Probleme in Paarbeziehungen gibt, weiß jede/r ganz genau, was die/der Andere falsch macht und tun müsste, damit es besser wird. Es kommt zu verhängnisvollen Teufelskreisen. Die Ursachenzuweisung und Verbesserungsanweisungen an die/den jeweils Andere/n führen in der Regel dazu, dass sich der / die so Angesprochene eher verschließt.

Beziehungsmuster sind an sich eine nützliche „Erfindung“. Aber in Konflikt- und Problemkommunikationen können sie sich außerordentlich destruktiv und leidvoll auswirken. Als würde es mit dem Teufel zugehen, halten sich Konflikt- und Leidstrukturen wie von selbst aufrecht.

Die Praxis des Beziehungsmanagements hat nicht in erster Linie das Ziel, Paarprobleme wie von Zauberhand zu lösen. Es geht vielmehr darum, das Problemmuster zu managen. Zu Beginn stehen nicht die Probleminhalte zur Diskussion, sondern die Funktionsweise des Musters.

Die weniger erfreuliche Nachricht ist die, dass Muster enorm widerstandsfähig sind und sich nicht so leicht auflösen lassen. Die gute Nachricht: Paare können lernen, ihre eigenen Beziehungsmuster erfolgreich zu managen.

Das setzt allerdings voraus, dass sich die Paare auf ein konsequentes Training einlassen. Das Training verläuft nicht ganz ohne Anstrengungen, die Beteiligten sind also gefordert. Wenn jemand die Muskelkraft seines Körpers stärken möchte, besucht er vielleicht ein Fitness-Studio. Am Anfang kostet das Training Kraft, manchmal muss man den „inneren Schweinehund“ überwinden. Aber mit der Zeit läuft das Training wie von selbst, es macht Spaß. Nicht nur die Muskeln werden stärker, sondern das gesamte Wohlbefinden steigt.

Wie „funktioniert“ das Training?

Zu Beginn des Trainings werden Informationen gesammelt. Um was geht es? Was wünschen sich die Paare vom Therapeuten? Wie lange sind die Partner zusammen? usw. Dann erläutert der Therapeut das Procedere und klärt die Bedingungen und die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg des Trainings. Die Partner entscheiden sich dann, ob sie sich auf diesen Prozess einlassen wollen.

Das Training nmmt etwa sechs bis zehn Sitzungen in Anspruch.

(D. Salomon, sys-tem)