{"id":385,"date":"2019-03-03T19:23:06","date_gmt":"2019-03-03T19:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/baumer-paarberatung.de\/?p=385"},"modified":"2019-03-03T19:34:16","modified_gmt":"2019-03-03T19:34:16","slug":"trennungen-verarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baumer-paarberatung.de\/?p=385","title":{"rendered":"Trennungen verarbeiten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein Satz, eine SMS oder eine Ahnung&#8230; dann ist es irgendwann klar: Die Beziehung ist beendet. In unserer schnelllebigen Zeit dauern Partnerschaften k\u00fcrzer, die Trennungen erfolgen oft schneller. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Trennungsschmerz danach auch schneller bzw. erfolgreicher verarbeitet werden kann. Er tut weh und einige fallen in eine richtige Krise, vor allem diejenigen, die verlassen wurden. Trennungssituationen verursachen daher oft Stress, Gef\u00fchle wie Wut, Trauer, Einsamkeit und Verbitterung k\u00f6nnen auftreten. Leider wird den Betroffenen in der optimierten Gesellschaft auch immer weniger Zeit zum Verarbeiten gegeben. Freunde sind eine Zeitlang da, h\u00f6ren zu, geben gut gemeinte Ratschl\u00e4ge und hoffen oder erwarten sogar, dass nach einigen Wochen die Trauer vorbei und die Freundin bzw. der Freund wieder \u201eder alte\u201c ist. Folgende Phasen werden dabei im Allgemeinen durchlaufen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Schock<\/li>\n<li>Verleugnung<\/li>\n<li>Wut<\/li>\n<li>Kampf um die Beziehung<\/li>\n<li>Trauer<\/li>\n<li>Loslassen<\/li>\n<li>Neuorientierung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Was hilft, um die Trennung verarbeiten zu k\u00f6nnen, kann sehr unterschiedlich sein. Oft sind es Gespr\u00e4che mit verst\u00e4ndnisvollen Freunden oder Verwandten, das Aus\u00fcben von Hobbys, die Umsetzung von alten Tr\u00e4umen, wie bspw. eine Reise in ein entferntes Land oder berufliche Ver\u00e4nderung.Wichtig ist hierbei, dass irgendwann das Gef\u00fchl entsteht, dass man wieder Sinn und Hoffnung im Leben sieht und der Trennungsschmerz geringer wird. Niemand muss hierbei eine Marionette des Schicksals sein bzw. bleiben. Die eigenen Gedanken haben hierbei einen gro\u00dfen Einfluss. Sie bestimmen, welche (alten, negativen) Gef\u00fchle bleiben oder ob auch andere, angenehmere, ihren Platz finden d\u00fcrfen. Schnell wird dann das Beispiel vom halbleeren oder halbvollen Glas genannt oder in der Krise eine Chance zu sehen. Doch Vorsicht, die Individualit\u00e4t jedes Menschen sollte achtsam behandelt werden und der Hinweis, doch das halbvolle Glas zu betrachten, statt das halbleere, kann eine \u00dcberforderung bzw. nicht passende L\u00f6sung zur aktuellen Lebenssituation darstellen. Die gut gemeinten Ratschl\u00e4ge werden dann schnell als zynisch und abwertend empfunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher sollen in den folgenden Ausf\u00fchrungen wertsch\u00e4tzend verschiedene Wege aufgezeigt werden, um Trennungen verarbeiten und loslassen zu k\u00f6nnen &#8211; jeder mit seinen individuellen Bed\u00fcrfnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verlust erzeugt Stress<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ende einer Beziehung kann das Gef\u00fchl von Selbstwirksamkeit eines Menschen schwer ersch\u00fcttern. Zu Beginn dieser Stress-Reaktion kommt es zu einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems, was zur Mobilisierung von Energiereserven und zum \u201eWachr\u00fctteln\u201c f\u00fchrt. Die Aufmerksamkeit wird auf das Problem gelenkt. Meist zus\u00e4tzliche negative Bewertungen der erfolgten oder erwarteten Handlungen und Ereignisse verst\u00e4rken die Emotionen. Falls kein Ausweg aus der Situation denkbar ist, so \u00fcbernehmen archaische Notfallprogramme das Kommando: Angriff, Flucht oder ohnm\u00e4chtige Erstarrung. Hierdurch werden auch Handlungen der Verlassenen erkl\u00e4rbar, die sich betrinken, Schl\u00e4gereien anfangen, in Weinkr\u00e4mpfen ausbrechen oder stundenlang wie erstarrt auf dem Sofa verharren. \u201eVern\u00fcnftiges\u201c Denken ist unter diesen Bedingungen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>L\u00f6sungsversuche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich suchen Betroffene nach L\u00f6sungen, um die unangenehmen oder sogar Angst ausl\u00f6senden Gef\u00fchle zu ver\u00e4ndern. Folgende M\u00f6glichkeiten werden dabei gew\u00e4hlt:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderung der eigenen Bed\u00fcrfnisse<\/li>\n<li>Andere Bewertung des Geschehens<\/li>\n<\/ol>\n<p>Funktioniert jedoch nichts davon, so k\u00f6nnen diejenige in einem Dilemma feststecken bleiben und eine Neuorientierung bzw. ein Loslassen gelingt nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Krisen (erleben)<br \/>\n<\/strong><em>Eine Krise besteht darin, dass das Alte stirbt und das Neue noch nicht geboren ist. (A. Gramsci)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verlassene Partner, die aus der Trauer, Wut oder Sinnlosigkeit nicht aussteigen k\u00f6nnen, zeigen typische Muster des Erlebens: Sie empfinden sich als Opfer von diesen Umst\u00e4nden, die auf sie einwirken bzw. eingewirkt haben (\u201eIch bin verlassen worden.\u201c) und das Gef\u00fchl der Nicht- Selbstwirksamkeit und Ausweglosigkeit stellt sich ein. Vertrautes (gemeinsame Wohnung, Intimit\u00e4ten) ging verloren und bisher gelebte L\u00f6sungsstrategien (alte und neue Freunde treffen, Zufriedenheit in der Berufswelt finden) werden als nicht mehr wirksam erlebt, was Kreisl\u00e4ufe der Stress-Reaktionen n\u00e4hrt und zu einem Vertrauensverlust in das eigene Selbstbewusstsein f\u00fchrt. Die Symptome dieser sich oft weiter selbst-verst\u00e4rkenden Phase zeigen sich auf emotionaler, kognitiver und k\u00f6rperlicher (Muskelverspannungen, Blutdruck etc.) Ebene, was die Embodiment-Forschung<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> klar belegt. Die Frage nach dem \u201eWarum\u201c kreist stunden- und tagelang im Kopf herum und der damit einhergehende Konzentrations- und Energieverlust kann bis zur Krankschreibung f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>M\u00f6gliche Hilfen und Umgang mit Betroffenen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die beschriebenen Abl\u00e4ufe immer unbewusster und automatisierter ablaufen (es erfolgt eine Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bestimmte Elemente des Denkens, Wahrnehmens, Verhaltens), geht es darum, die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten der Betroffenen individuell zu aktivieren, so dass sie sich selbst als Handlungs- und Steuerungsf\u00e4hig erleben und nicht mehr als Opfer in Trance-\u00e4hnlichen Prozessen. Ein wichtiges Indiz hierf\u00fcr ist, dass die Betroffenen sich an Zielen orientieren, die derzeit evtl. nicht erreichbar sind (\u201eMir soll es endlich wieder ganz gut gehen!\u201c, \u201eIch m\u00f6chte meine alte Beziehung zur\u00fcck.\u201c) und damit das eigenen Kompetenzerleben verringern, was die \u201eKrise\u201c aufrecht erh\u00e4lt. Daher m\u00fcssen Zielvorstellungen entwickelt werden, die erreicht werden k\u00f6nnen. Eine Fokussierung auf Ressourcen (St\u00e4rken\/Kompetenzen) der Betroffenen kann helfen, um die eigenen Gestaltungsr\u00e4ume im Alltag wieder sichtbar zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00f6sungsversuche pr\u00fcfen<br \/>\n<\/strong><em>Wenn Sie immer das tun, was Sie bisher getan haben, werden Sie auch immer das bekommen, was Sie bisher bekommen haben. (A. Robbins)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verlassene versuchen fast immer, den Trennungsschmerz irgendwie zu verarbeiten.<br \/>\nGelingt dies nicht, so scheint es keinen Ausweg zu geben und die Trennung kann als un\u00fcberwindbares Schicksal angesehen werden, unter dem Betroffene sogar jahrelang leiden. Ein Ohnmachtsgef\u00fchl entsteht.<br \/>\nHilfreich kann es dann sein, sehr achtsam und vorsichtig zu \u201epr\u00fcfen\u201c, welche L\u00f6sungswege bisher fokussiert und in starrer Weise immer nach demselben Schema wiederholt wurden (mehr Sport treiben, eine Aff\u00e4re eingehen, mehr arbeiten, \u00e4hnliche Gestaltung der Tagesabl\u00e4ufe usw.). Danach k\u00f6nnte besprochen werden, welche Variationen es dazu noch geben k\u00f6nne (Was w\u00e4re eine zweitbeste Alternative?), welche Situationen und Handlungen waren bisher hilfreicher und welche weniger (zumindest ein wenig) und wo gab es Ausnahmen, die bessere Gef\u00fchle erzeugten? Diese Ausnahmen und die dazu geh\u00f6rigen T\u00e4tigkeiten und Gedanken k\u00f6nnten hervorgehoben und M\u00f6glichkeiten gesucht werden, diese zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig hierzu ist eine innere Entschlussf\u00e4higkeit:<\/p>\n<ul>\n<li>Ich darf \u201eHeilung\u201c erfahren.<br \/>\nIch m\u00f6chte neue L\u00f6sungen suchen.<br \/>\nIch werde durchhalten und neue Ideen diszipliniert pr\u00fcfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies f\u00fchrt dazu, dass man die Gedanken auf Dauer selbst w\u00e4hlen kann und nicht von ihnen getrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>\u00c4nderung der Gedanken \u2013 mentales Training<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gedanken, die um Rache, Trauer und Wut kreisen, wiederholen sich bei Personen, die es nicht schaffen, eine Trennung zu verarbeiten. Aus zun\u00e4chst schmalen gedanklichen \u201eWegen\u201c werden schnelle und breite \u201eAutobahnen\u201c, auf denen immer wieder dieselben Gedankenabl\u00e4ufe abgespult werden<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Abl\u00e4ufe k\u00f6nnen beobachtet und dadurch bereits ver\u00e4ndert werden. Hilfreich sind oft folgende Fragen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wie viele Stunden des Tages wird an die Trennung bzw. alte Beziehung gedacht?<\/li>\n<li>Gibt es Unterschiede im Tagesverlauf? Wann wird am meisten und wann eher weniger daran gedacht?<\/li>\n<li>Welche konkreten Gedanken tauchen immer wieder dabei auf? Welche erscheinen zuerst, welche danach?<\/li>\n<li>An welcher Stelle w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit eine kleine \u00c4nderung einflie\u00dfen zu lassen? Wie k\u00f6nnte diese gestaltet werden (z. B. eine Tasse Tee kochen, einen anderen Raum aufsuchen, an ein angenehmes Ereignis denken, ein Telefonat mit einem Freund f\u00fchren)? An welchen Tageszeiten m\u00f6chten Sie es zulassen, an die Trennung zu denken? Wie lange?<\/li>\n<li>Was k\u00f6nnte noch getan werden, um diese \u00c4nderungen zu verst\u00e4rken? Wie w\u00fcrde sich das auf Dauer auf die Emotionen auswirken?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Konkrete <span style=\"text-decoration: underline;\">externe<\/span> Besch\u00e4ftigungen k\u00f6nnen geplant werden, um die Gedanken auf andere T\u00e4tigkeiten zu lenken, so dass kein Raum mehr ist f\u00fcr belastende Vorstellungen. Hierbei werden T\u00e4tigkeiten gesucht, die so fesseln, dass man abgelenkt wird:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Spiele spielen, R\u00e4tsel l\u00f6sen<\/li>\n<li>Lesen<\/li>\n<li>Neue Sportarten<\/li>\n<li>Entspannen &amp; sich selbst verw\u00f6hnen, z. B. ein Sauna-Tag, eine wohltuende Massage, ein Termin bei der Kosmetikerin, eine ausgiebige Shopping-Tour<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Oftmals belasten jedoch sogenannte innere Vorg\u00e4nge wie das Auftauchen von Erinnerungen, die mit starken Gef\u00fchlen verbunden sind am meisten. Auch hierf\u00fcr gibt es Tipps, die helfen\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">interne Entlastungen<\/span> zu kreieren:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Ein bestimmtes Bild von der alten Beziehung taucht immer wieder vor dem inneren Auge auf -&gt; ein angenehmeres Bild, das ich mir vorab gedanklich vorab aussuche, z. B. von einem tollen Urlaub, wird \u00fcber das alte \u201egelegt\u201c.<\/li>\n<li>Die Stimme des Ex\/der Ex wird immer wieder im Kopf geh\u00f6rt-&gt; Musik h\u00f6ren.<\/li>\n<li>Wenn man sich an den guten Geruch des Expartners erinnert-&gt; an anderen Ger\u00fcchen schnuppern z. B. ein einem guten Deo oder Parf\u00fcm, sich eine bl\u00fchende Blumenwiesen vorstellen, deren Geruch in der Luft liegt.<\/li>\n<li>Erinnerungen an anregende und wohltuende Hautkontakte mit dem Ex\/der Ex k\u00f6nnen \u201eausgeblendet\u201c werden, wenn diese durch Vorstellungen ersetzt werden, wie angenehm es ist, z. B. ein geliebtes Haustier zu streicheln, barfu\u00df am Strand zu laufen oder sich selbst mit einer wohltuenden Creme einzureiben.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Daraus kann eine <span style=\"text-decoration: underline;\">\u201eNotfallkoffer\u201c<\/span> entwickelt werden. Dies bedeutet sich die oben genannten konkrete Gegenst\u00e4nde in einer sch\u00f6nen Schachtel oder \u00c4hnlichem zu sammeln, um bei starken negativen Gedanken und Gef\u00fchlen darauf zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen (Bild, Creme, Musik, Buch, R\u00e4tsel). Andere Symbole oder eine \u201eErinnerungsliste\u201c helfen, um sich an die kreierten \u201einneren\u201c Methoden zu erinnern, die im \u201eNotfall\u201c eingesetzt werden sollen (Sand um an das Barfu\u00dflaufen zu erinnern).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Erinnerungen wegpacken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Abschlie\u00dfen mit der Beziehung hilft es au\u00dferdem, alle Erinnerungen an die gemeinsame Zeit f\u00fcr eine Weile aus dem Blickfeld zu verbannen, z. B. Fotos vom letzten gemeinsamen Urlaub, Geschenke zum Jahrestag, Kleidungsst\u00fccke usw. Am besten packt man alles, was an die Beziehung erinnert, in einen gro\u00dfen Karton, der im Keller oder auf dem Speicher untergebracht wird. Je weniger Erinnerungsst\u00fccke herumstehen, umso leichter f\u00e4llt es, auch einmal an andere Dinge zu denken als an die Beziehung und die Trennung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Vers\u00f6hnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rituale, die zur Vers\u00f6hnung beitragen, k\u00f6nnen helfen, Wut und Trauer loszulassen.<br \/>\nHilfreich kann es sein, reale Fotos, Briefe, Symbole usw. stellvertretend f\u00fcr die alte Beziehung zu verabschieden, indem diese gemeinsame Zeit gew\u00fcrdigt und dann z. B. an einem Platz au\u00dferhalb des aktuellen Lebens verabschiedet wird. Dies kann in einem Wald sein (\u201eBestattung\u201c) oder ein Flo\u00df kann auf einem Fluss mit den alten Erinnerungen los gelassen werden. Auch Abschiedsbriefe helfen um zu danken und sich zu verabschieden, so dass Raum entstehen kann f\u00fcr Neues. Selbst gemalte Bilder zur aktuellen Gef\u00fchlslage k\u00f6nnen eigene willk\u00fcrliche und unwillk\u00fcrliche Prozesse<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> darstellen. Manchmal zeigen diese Bilder \u00dcberraschendes auf und man erf\u00e4hrt, welche Bed\u00fcrfnisse sich darin zeigen und welche bisher \u00fcberh\u00f6rt wurden. Eine Frage k\u00f6nnte sein, wie man die unber\u00fccksichtigten Bed\u00fcrfnisse selbst mehr achten und befriedigen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Klare Zielvorstellungen entwickeln und f\u00fchlen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Krisenzeiten, wenn die Trennung noch nicht verarbeitet ist, werden Hindernisse und schlechte Gef\u00fchle fokussiert. Betroffenen Menschen kann es helfen, Vorstellungen von einer angenehmeren Zeit zu entwickeln. Klare Visualisierungen der erw\u00fcnschten Zeit (\u201eTrennung verarbeitet\u201c) mit der zugeh\u00f6rigen Stimmung und K\u00f6rperhaltung k\u00f6nnen \u00c4nderungen bewirken.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Mal angenommen, du w\u00fcrdest die Trennung verarbeitet haben, welche Hobbys h\u00e4ttest du, welche Freunde, wie w\u00e4re dein berufliches Umfeld etc.?<\/li>\n<li>Wie w\u00fcrdest du dich in 1 Jahr (6 Monaten) gerne f\u00fchlen?<\/li>\n<li>Was w\u00fcrdest du dann gerne tun?<\/li>\n<li>Welche Gef\u00fchle und Gedanken w\u00fcrdest du haben?<\/li>\n<li>Welche Farben und Ger\u00fcche w\u00fcrden vorherrschen?<\/li>\n<li>Welche R\u00fcckmeldungen w\u00fcrden dir Freunde und Bekannte geben? Was w\u00fcrden sie \u00fcber deine Ausstrahlung mitteilen?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Machbare Herausforderungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das eigene Kompetenzerleben bzw. die eigene Selbstwirksamkeit wieder erlebbar zu machen, sind T\u00e4tigkeiten, die derzeit als \u201emachbar\u201c eingesch\u00e4tzt werden, sinnvoll, um Erfolgserlebnisse wieder zu erfahren. Sie sollten in erster Linie nicht als St\u00f6rungen oder un\u00fcberwindbare Hindernisse aufgefasst werden, sondern als Herausforderungen, die einen Anreiz darstellen. Dabei ist es zun\u00e4chst nicht entscheidend, in welchem Lebensbereich diese angesiedelt sind. Es kann sich um die Reparatur eines Bootes, ein mit Spa\u00df verbundenes Tennismatch oder ein neues berufliches Aufgabenfeld handeln. Wichtig ist hierbei, dass sich die Angesprochenen als wirksam erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>K\u00f6rperliche Ebene<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die k\u00f6rperliche Ebene hat auf emotionale und kognitive Prozesse Einfluss. Daher kann eine Ver\u00e4nderung der Haltung bzw. der Bewegungen in Krisenzeiten dazu f\u00fchren, dass positivere Erlebnismuster erzeugt werden.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Welche Haltung nehme ich die meiste Zeit des Tages ein? Wann gibt es welche Unterschiede und wie wirken sich diese auf meine Stimmung aus? Mit welcher k\u00f6rperlichen Haltung\/Bewegung geht es mir besser?<\/li>\n<li>Welche Haltung nehme ich ein, wenn es mir eher schlecht geht? Welche, wenn meine Gef\u00fchlslage um 10% besser ist und welche, wenn ich mich als \u201egut gelaunt\u201c bezeichnen w\u00fcrde?<\/li>\n<li>Wie schaffe ich es, diese Zeiten, in denen ich mich gut f\u00fchle zu erh\u00f6hen? Welche k\u00f6rperlichen Bewegungen unterst\u00fctzen dies (bisher)?<\/li>\n<li>Welche K\u00f6rperhaltung erm\u00f6glicht mir eine gelassenere Atmung und gibt mir Kraft?<\/li>\n<li>Mit welchen inneren Bildern k\u00f6nnte ich dies verkn\u00fcpfen?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehrenrunden (\u201eR\u00fcckf\u00e4lle\u201c)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Trennung zu akzeptieren verl\u00e4uft meistens in verschiedenen emotionalen H\u00f6hen und Tiefen. Eine Woche scheint sie verarbeitet zu sein und auf einmal erinnert ein Ereignis an die sch\u00f6ne gemeinsame Zeit und die alten Wunden rei\u00dfen wieder auf.<br \/>\nDies bedeutet, dass die Aufmerksamkeit auf ehemalige gemeinsame Zeiten gerichtet wird und man ein Problem (schlechte Gef\u00fchle wie Trauer, Sehnsucht usw.) damit erlebt. Diese \u201eR\u00fcckf\u00e4lle\u201c k\u00f6nnten jedoch auch dazu helfen, sich zu fragen, welche Bed\u00fcrfnisse dadurch auftauchen, die wohl aktuell noch nicht befriedigt werden konnten (Reisen an sch\u00f6ne Str\u00e4nde, ein ausreichend starkes Selbstwertgef\u00fchl auch ohne Partner, ein stabiles soziales Umfeld). Eine zus\u00e4tzliche Fokussierung an die vergangenen Wochen und Monate, in denen ein als lebenswert angesehenes Leben erreicht wurde, kann helfen hervorzuheben, wie dies geschaffen wurde und welche Kompetenzen betroffene Menschen bereits besitzen, um angenehme Erlebnismuster zu kreieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wurde eine Trennung \u201eerfolgreich\u201c \u00fcberwunden und gelang es, die alte Beziehung loszulassen, so haben die Betroffenen (neue) Kompetenzen im Umgang mit diesen Krisenzeiten erlernt, die helfen, andere (Beziehungs-) Situationen im Leben zu bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 1rem;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Wechselwirkungen zwischen K\u00f6rper und Psyche. Maja Storch hat dazu ein aufschlussreiches Werk geschrieben: Embodiment. Die Wechselwirkungen zwischen K\u00f6rper und Psyche verstehen und nutzen. Hans Huber Verlag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> In Anlehnung an den Neurologen G. H\u00fcther, der wiederholende gedankliche Abl\u00e4ufe mit der Verbreiterung von schmalen Wegen zu Autobahnen verglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Unwillk\u00fcrliche Prozesse k\u00f6nnen Stimmungen, Antriebslage und Befindlichkeiten sein, die aktuell weder wahrgenommen noch benannt werden konnten und durch das Malen \u201esichtbar\u201c wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Satz, eine SMS oder eine Ahnung&#8230; dann ist es irgendwann klar: Die Beziehung ist beendet. In unserer schnelllebigen Zeit dauern Partnerschaften k\u00fcrzer, die Trennungen erfolgen oft schneller. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Trennungsschmerz danach auch schneller bzw. erfolgreicher verarbeitet werden kann. 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