Embodiment

Wechselwirkung zwischen Körper und Geist.
Darunter wird verstanden, dass der Geist (Verstand, Psyche, Denken) mitsamt seinem Organ, dem Gehirn, immer in Bezug zum gesamten Körper steht.

Es ist nicht nur so, dass sich psychische Zustände im Körper ausdrücken („nonverbal“ als Gestik, Mimik, Körperhaltung), es zeigen sich auch Wirkungen in umgekehrter Richtung: Körperzustände beeinflussen psychische Zustände. Beispielsweise haben Körperhaltungen, die aus irgendeinem Grund eingenommen werden, Auswirkungen auf die Kognition (z.B. Urteile, Einstellungen, Bedürfnisse). Reaktionen auf bestimmte Ereignisse und Abläufe sind mit bestimmten Körperreaktionen verbunden und starke Emotionen wie z. B. Wut oder Trauer rufen eine verstärkte Aktivierung der subkortikalen Gehirnregionen hervor, die eine Verringerung der Durchblutung verschiedener Bereich des Frontallappens bewirken. Dadurch fällt es Menschen, die starke Emotionen erleben schwer(er), sachlich und kontrolliert ihre Verhaltensreaktion zu steuern. Daher ist es oftmals auch hilfreich, über Körperarbeit (z. B. Beobachtung und Veränderung der Atmung und/oder Körperhaltung) ein anderes, angenehmeres Körperempfinden zu gestalten, was sich wiederum auf auf Gedanken und Handlungen auswirkt. Veränderungsarbeit ist somit auch immer Körperarbeit.
Dr. Gunther Schmidt aus Heidelberg spricht auch von „Problemlösungsgymnastik“, bei der er die Körperhaltung in Problemsituationen mit den in angenehmeren Situationen vergleicht und mit den Klienten bespricht, wann welche Haltungen eingenommen werden könnten, um ein anderes Wirklichkeitserleben zu erzeugen.