Traumamuster und Paare

 

Paare, die in der Kindheit traumatische Erfahrungen, z. B. durch ihre eigenen (traumatisierten) Eltern erfahren haben, leben diese Beziehungsmuster oft in der Partnerschaft weiter. Heftige, wenig hilfreiche Streits prägen diese Beziehungen oftmals. In Anlehnung an das „Traumhaus“- Beziehungskonzept von Dr. Katharina Klees arbeite ich mit diesen Paaren Streitmuster, dahinter liegende Emotionen und neue Wege des Umgangs damit heraus. Dadurch können alte Beziehungswunden und Streitmuster geheilt und verändert werden, so dass Liebe, Harmonie und Eigenverantwortung im Zentrum stehen.

Aufgrund meiner Erfahrungen in Beratungen, in denen ich erlebt habe, dass Gewalt in Partnerschaften und Familie keine Seltenheit ist, habe ich diese Seite erstellt um aufzuklären, was ein Trauma ist und welche hilfreichen Angebote es hierzu gibt.

Bei einem Trauma handelt es sich nicht um reine innere Konflikte wie z. B. die Frage: „Soll ich meinen Arbeitgeber wechseln oder die Beziehung mit meinem Partner beenden?“ – auch wenn solche Fragestellungen auch großen Stress bedeuten können.
Ausgangspunkt sind tatsächliche, extrem stressreiche äußere Ereignisse, die ein Gehirn in eine „Klemme“ bringen und „traumatische Zange“ genannt wird. Das Informationsverarbeitungssystem des Gehirns wird so überflutet, dass die Person den Eindruck bekommt, als „ginge jetzt nichts mehr“, wie ein bodenloser Abgrund der sich vor einem auftut.
Archaische Notfallprogramme wie Flüchten, Kämpfen, Erstarren, innerer Zusammenbruch und Leere setzen ein. Auf solche Extremsituationen waren die betroffenen Menschen nicht vorbereitet und daher überforderte es ihre Bewältigungsmechanismen.
Beispiele:
– nächtlicher Überfall in einem Park
– der eigene Mann oder Vater „verwandelt“ sich in einen Angreifer
– Autounfall eines Partners oder KIndes
– Gewalterfahrungen zwischen Eltern, die die Kinder miterleben (manchmal sogar schon im Mutterleib)

Typische Kriterien für Bindungsprinzipien bei Misshandlungsverhältnissen in Partnerschaft und Familie:
– Erpressung, Geheimnisse
– Schuldfragen, Opferung, Verrat
– Machteinsatz: Gewalt auf emotionaler, seelischer und körperlicher Ebene
– Schweigen und Liebesentzug
– Loyalität zu Tätern

Kinder brauchen in Familien:
– Emotionale Sicherheit und Verfügbarkeit von Bezugspersonen
– Feinfühligkeit
Eigene Bindungserfahrungen werden an Partner und Kinder weitergeben und Gewalt wird öfters reinszeniert. Daher ist es oft hilfreich, erlernte Muster zu erkennen und zu bearbeiten, so dass Verständnis hierfür entstehen und neues Verhalten gelernt werden kann. Dadurch wird eine liebevollere Partnerschaft auf Augenhöhe möglich. Durch die traumsensible Paarberatung und weitere Methoden werden Paare auf diesem Weg liebevoll begleitet.

Gute Traumatherapeuten und Anlaufstellen haben meistens lange Wartezeiten und fordert von Therapeuten vor allem Folgendes:
– ein empfindendes Herz
– eine belastbare Persönlichkeit
– fachliche Kenntnisse, die in der Praxis angewandt werden können, um mit extremen Gefühlen, Täteranteilen, heftigen Körperzuständen der Klienten umgehen zu können.

Therapieformen und Methoden finden Sie unter dem Punkt „Arbeitsweise“.

 

Literatur:
– Hanswille, Reinert und Annette Kissenbeck: Systemische Traumatherapie. Carl- Auer Verlag.
– Huber, Michaela: Trauma und die Folgen. Junfermann Verlag.
– Peichl, Jochen: Destruktive Paarbeziehungen. Das Trauma intimer Gewalt. Klett-Cotta Verlag.
– Bücher von Peter Levine, der die Methode „Somatic Experiencing“ entwickelt hat.
– Welter-Enderlin, Rosemarie und Bruno Hildenbrand (Hrsg.): Residenz – Gedeihen trotz widriger Umstände. Carl- Auer Verlag.
Anlaufstellen:
– Wildwasser: Beratung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind.
– Hilfeportal sexueller Missbrauch 0800- 22 55 530
u. a.

Bitte sprechen Sie mich an, ich habe eine Traumatherapieausbildung, berate/stütze Betroffene und berate bei der Suche nach weiteren Anlaufstellen.